Im Mai 2009 berichtete info-parkour.de darüber, dass die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg in die Endrunde des Wettbewerbs »Exzellente Lehre« eingezogen ist. Zusammen mit der Hochschule Bremerhaven sowie den Fachhochschulen Köln und Potsdam konnte sich die HAW gegen sieben weitere Konkurrenten durchsetzen und das Preisgeld von einer Million Euro einfahren. Nach einer zweitägigen öffentlichen Anhörung war die internationale Jury von dem Hamburger Konzept »Lehren lernen. Coaching der Lehrenden zur nachhaltigen Verbesserung der Lehre« überzeugt. Die Strategie der HAW: Neu berufene Professoren werden in ihrem ersten Jahr an der Hochschule dazu verpflichtet, mit einem persönlichen Coach zusammenzuarbeiten. Dieser wohnt Lehrveranstaltungen bei und unterstützt die Lehrenden durch fachbezogene Beratung. Ziel ist es, die hochschuldidaktische Qualifizierung der Professoren sicherzustellen und eine Lehr-Lern-Kultur zu etablieren. Zudem soll das »Prinzip der kollegialen Hospitation im Team unter professioneller Anleitung« Anwendung finden, was vereinfacht bedeutet, dass Lehrende fächerübergreifend Seminare ihrer Kollegen besuchen, um einen gegenseitigen Lernprozess anzuregen. Hierfür ist jedoch die freiwillige Bereitschaft der Hochschullehrer Voraussetzung. Während der Coaching-Phase wird das Lehrdeputat der Professoren reduziert, um ausreichend zeitliche Kapazitäten zur Reflexion der Lehre bereitzustellen.

Profitieren sollen davon vor allem die Studenten. Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, wird in der offiziellen Pressemitteilung wie folgt zitiert: »Ein partnerschaftlicher Dialog zwischen Dozenten und Studenten ist nicht das Ergebnis guter Lehre, sondern deren Voraussetzung. Alle Finalisten des Wettbewerbs haben mit ihren Studierenden eine neue Lehr-Lern-Partnerschaft geschlossen. Eine Partnerschaft, in der man den Studierenden auf Augenhöhe begegnet, ihre Anliegen ernst nimmt, sie gleichermaßen fordert wie fördert. Das ist eine unabdingbare Voraussetzung guter und erst recht exzellenter Lehre.« Im besten Fall bewirkt die Auszeichnung der HAW also ein Mehr an Lehrqualität für die Studenten, in jedem Fall ein Mehr an Reputation für die Hochschule. Und natürlich eine Million Euro Preisgeld, die zur Hälfte vom Stifterverband und zur Hälfte vom Bundesland Hamburg aufgebracht werden. Wie die Gelder nun konkret verwendet werden bzw. werden müssen, bleibt zunächst undurchsichtig. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass die Einbeziehung der Studenten zu den wesentlichen Auswahlkriterien der Lehrkonzepte zählte, ist diesbezüglich Transparenz gefragt.

[Oktober 2009]


Weitere Infos gibt es hier: Homepage der Initiative »Exzellente Lehre«



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