Hattest Du eine konkrete Vorstellung, wie Dein Praktikum auszusehen hat?

Nein, ich war sehr unvoreingenommen, hatte eher gar keine genaue Vorstellung und war daher recht planlos. Ich wusste nur, was ich nicht möchte.

Wie hast Du Deine Recherchen angestellt, um zu den Unternehmen zu kommen, bei denen Du warst?

Im Prinzip habe ich mir ein paar Schlagwörter zugrunde gelegt. Ich wusste, dass mich zum Beispiel PR, Dokumentation und Redaktion interessieren.

Was war ausschlaggebend für die Wahl Deiner Praktikumsstellen?

Schwierig, ich war bereits bei der SPIEGEL-Dokumentation als studentische Aushilfe und bin dann dadurch an das Praktikum gekommen. Auch der zweite Teil hatte sich angeboten, da eine Freundin in einer Fernsehredaktion arbeitet und ich dadurch einen Einblick hatte.

Wie wurdest Du nach Start des jeweiligen Praktikums in das bestehende Team integriert und kannst Du nachfolgenden Kommilitonen allgemeine Tipps für eine reibungslose Integration in ein neues Unternehmen mit auf den Weg geben?

Wichtig scheint mir, immer mal nachzufragen, nicht jeder Anleiter denkt dran, einem alles zu erzählen, viele Infos und Hintergründe erfährt man über selbstständiges Nachfragen. Das weckt dadurch auch das eigene Interesse an dem Unternehmen und der Arbeit.

Außerdem: sich auf die Arbeitsabläufe einlassen und Angebote wahrnehmen. Wenn zum Beispiel ein Dreh sonntags ist oder ein Artikel fertig werden muss, einfach mal über die reguläre Arbeitszeit hinaus bleiben und sich die Arbeitsabläufe verinnerlichen.

Die Einbindung ist sehr unterschiedlich und hängt von dem jeweiligen Unternehmen und dessen Mitarbeitern ab. Beim SPIEGEL fühlte ich mich immer nur in eine kleine Gruppe von Leuten integriert. Aber das hätte auch besser sein können. Ein so richtiger Zugang zu den Personen kam nur schwerlich und teilweise zustande.

In der Fernsehredaktion ist das einfacher: weniger Leute, sehr kleines Büro. Man arbeitet automatisch nah zusammen und wird sehr schnell in den Arbeitsablauf integriert.

Was waren Deine Tätigkeiten/Aufgaben?

Beim SPIEGEL: Recherche, Verifikation, Lektorat, Verschlagwortung etc. Im Redaktionsbüro Wölk: Themenrecherche, Themenvorschläge schreiben, Dreh-Koordination, Schnitt, Nachbearbeitung, Texte schreiben, Recherchen, auch per Telefon, Ansprechpartner für Protagonisten.

Gab es konkrete Verantwortungen, die Dir übertragen wurden? Hast Du eigene Projekte verantwortet? Wenn ja, welche und wie fühlt sich das an?

Beim SPIEGEL gab es ein Lektoratsprojekt, an dem ich alleine saß. Aber das war auf Dauer eher langweilig, daher nicht repräsentativ.

Bei der Redaktion arbeitet man selbstständig von der ersten Recherche bis zum Dreh. Natürlich mit Unterstützung der anderen, aber man ist eigenverantwortlich.

Man bekommt einen neuen Zugang zur Arbeit. Man fängt an, sich mit einem Thema zu identifizieren. Ich würde in jedem Fall empfehlen, eigene Projekte zu erarbeiten.

Hast Du den Eindruck, dass Du aus den Praktika etwas mitnehmen konntest?

Erfahrungen im Bereich Dokumentation und Redaktion. Einblicke in Textdokumentation, Textredaktion, Fernsehredaktion. Viele offene Fragen sind nun geklärt. Eine genauere Vorstellung von einer möglichen zukünftigen Tätigkeit. Interesse an einem zusätzlichen Volontariat im Redaktionsbereich sowie einer fachlichen Weiterbildung.

Was würdest Du anderen Studenten bei der Wahl zu einer geeigneten Praktikumsstelle empfehlen? Nach welchen Kriterien sollte man auswählen?

Renommee des Unternehmens, Interesse an den Produkten oder Dienstleistungen, Interesse an der Arbeit.

Studium und Praxis. Du hast jetzt den Vergleich. Was macht Dir mehr Spaß? Studieren oder Arbeiten?

Natürlich arbeiten, aber dafür muss die Arbeit perfekt sein. Das absolut Ultimative war bisher nicht dabei, aber schon einige Fassetten davon. Die Hochschule bereitet einen fachlich teils ok drauf vor, aber das Beste an der Hochschule ist eher, dass man das Verständnis für Dinge bekommt, die man dann später beim Arbeiten lernt. Ohne das Studium würde viel Verständnis fehlen.

Könntest Du Dir Deine Praktikumsplätze auch als späteren Arbeitsplatz vorstellen?

Geht so. Die Verifikation beim SPIEGEL könnte ich mir vorstellen. Allerdings braucht man dafür meist ein Fachgebiet bzw. Studium beispielsweise in den Bereichen Elektrotechnik, Ingenieurswesen, Medizin oder Biologie. Als Dokumentar landet man eher im Lektorat. Frau Prof. Dr. Spree lässt grüßen. Manche mögen das, manche nicht. Das mag ok sein, aber für mich nicht auf Dauer. Da schlafen mir die Füße ein.

Redaktion, eigenverantwortlich Themen recherchieren und bearbeiten sowie bis zum Dreh bringen, ist schon sehr spannend. Die Firma wäre wohl noch nicht das Ideale für mich, die Tätigkeit schon.

Vielen Dank für das Gespräch.

[Juli 2009]

Weitere Infos gibt es hier: Website der SPIEGEL-Gruppe



Weblog von info-parkour.de ; Twitter-Account von info-parkour.de